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SR-Abstand
#1
Das Rauschen der Endstufe ist eine absolute Größe, die auf einfachste Weise gemessen werden kann.

1. Zuerst werden die Vorstufen abgekoppelt bzw. runtergedreht.

2. Mit einem Effektivvoltmeter oder einem Oszi wird nun die Rauschspannung "Ur" parallel zum Lautsprecher gemessen.

3. Man sucht sich die Sinusleistung "P" des Verstärkers aus dem Datenblatt, die er bei einer bestimmten Impedanz "R" der Boxen (z.B. 4 oder 8 Ohm) leisten kann.


Den SR-Abstand [dB] ermittelt man nach:

SR = 20 * log(Ur / sqr(P * R)) | sqr = wurzel aus....



Ein Zahlenbeispiel:

man mißt "Ur = 2mV"
man liest "300W sin an 4 Ohm", also "P = 300" und "R = 4"

Die Wurzel "sqr(P * R)" ist "35 V". 0,002 V geteilt durch 35 V ergibt "0.000057". Daraus der Logarithmus gibt "-4.24" und das mal 20 gibt einen SR-Abstand von "-85 dB".


Die Messung des SR-Abstandes am D-Amp ist wesentlich komplizierter, weil derartige Verstärker nicht nur Rauschen, sondern auch viele Millivolt der Trägerfrequenz (z.B. 500kHz) ausgeben. Man müßte die Trägerfrequenz vor der Messung filtern oder die Rauschspannung gleich per FFT mit seiner Soundkarte bestimmen.
 
#2
Als grober Anhaltswert dient ein blitzschneller Test.

Man halte das Ohr im absolut stillen Raum direkt vor den Mittel- oder Hochtöner. Wenn man Rauschen hört, hat man einen Verstärker mit rund "-80 + x dB". Wenn man absolut nichts hört (man kann den Speaker mal probeweise ab- und dann wieder ankoppeln), so hat man einen Verstärker der "-100 + x dB"-Klasse.
 
#3
Die Oszilloskop-Methode ist natürlich Mist. Ein analoger Verstärker hat durchaus eine Bandbreite von einigen Megahertz. Die Rauschspannung, die man abliest, selbst wenn man es schafft den RMS richtig abzuschätzen, ist also um etwa den Faktor 10 zu groß, entsprechend 20dB.
 
#4
Die Rauschspannung am Ausgang wird nicht größer, nur weil sie auch mit höherer Frequenz daherkommt, Lutz.
 
#5
Die RMS-Rauschsspannung ist proportional zur Wurzel der Bandbreite. Für die Berechnung/Messen des Rauschabstandes eines Audio-Verstärkers wird zweckmäßigerweise nur der hörbare Rauschanteil verwendet.
 
#6
Bei üblichen Verstärkern wird das Rauschen zu niedrigen Frequenzen immer stärker.... bis hin zum Rumppeln. Was ich auf dem Oszi sehe, wird von den niederfrequenten Anteilen dominiert.

Bitte zwing mich nicht, mit einem weiteren Praxistest mit einem Widerstand und einem Kondensator auch diese Aussage unter Beweis zu stellen.

Check doch diesmal bitte selbst mit dem Oszi, ob Du die (hörbare) Rauschspannung Deines Verstärkers hinreichend genau bestimmen kannst.

Ich kanns. Ich habs gezeigt.