13.01.2010, 08:05 PM
Zitat:Original geschrieben von Hans Dorn
So langsam kommt etwas Licht in's Dunkel - zumindest nachdem das Dingens gezündet hat.![]()
Es gibt wohl 2 Möglichkeiten, ein Thyratron zu Zünden:
1.) Durch Stromfluß von der Kathode zur Anode (physikalisch gesehen). Dies ist ab einer geringen negativen Gitterspannung möglich, je nach Ua.
2.) Durch Stromfluß von der Kathode zum Gitter. Dies erfordert ein positive Gitterspannung bei rel. niedriger Ua.
(Siehe den Abfall der Zündspannung auf unter 20V bei leicht positivem Gitter)
Durch einen Vorwiderstand am Gitter wird Möglichkeit 2 unterbunden. Ergebnis sind die "glatten" Kurven aus meinem Datenblatt.
Bleibt die Frage, warum die Erforderliche Zündspannung an Ua bei weiterem Erhöhen der Gitterspannung ins positive wieder ansteigt. Ich erkläre mir das so, daß das positive Gitter die Kathode gegenüber der Anode abschirmt, und so trotz weiter ansteigendem Gitterstrom eine höhere Zündspannung verursacht.
(Umgekehrter Schirmgitter-Effekt)
Ich vermute, daß die angegebenen Gitterspannungen in meinem Datenblatt sich auf die Spannung am Vorwiderstand beziehen.
Sowie Gitterstrom einsetzt, folgt die Spannung am Gitter nicht mehr der Spannung am Widerstand, und der Ua-Anstieg bleibt aus.
Hans... genau so ist es!

![[Bild: 1_thyratron1.png]](https://stromrichter.org/d-amp/content/images/1_thyratron1.png)
Dieser sonderbare Hubbel entsteht auch m.E. wirklich dadurch, dass die zur Durchzündung der Röhre notwendigen Elektronen vom Gitter abgesaugt werden.
Wenn man einen Widerstand in Reihe mit dem Gitter schaltet, so kann dagegen kaum noch Gitterstrom fließen und die Elektronen fliegen weiter zur Anode.
Das passiert aber sowieso irgendwann, wenn das Gitter nur genügend weit positiv ist. Über +11 Volt kommt es immer zur Zündung, weil das Gitter die Elektronen so sehr beschleunigt, dass sie am Gitter vorbeifliegen.